Just one Week
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Medium Pencil, red Ink
Comment Sein Jäger sah zu ihm hinauf und lächelte. Auch er war blasser und seine Haut eisig und trocken. Er brauchte selbst ebenfalls Blut. Dann rutschte er nach oben und biss sich das Handgelenk auf. Fast liebevoll schon legte er es über Kims Lippen. „Trink, mein schöner Kim...“
Verwirrt sah der Vampir ihn an, wartete aber keine weitere Aufforderung mehr ab sondern begann das dunkle, schale Blut aufzusaugen, was so sehr nach Alter und Verwesung schmeckte, aber zugleich auch mehr Lebenskraft in sich trug, als das menschliche, warme.
Glücklich schloss er die Augen und genoss diese zärtliche Zuwendung und die ihm daraus entstehende Kraft.
Nach einigen Minuten brach er die Verbindung von sich aus ab und sah sein Gegenüber an. Sein Herz raste und Angst vor dem, was er sagen wollte schnürte ihm die Luft ab.
Dunkle, braune, im Moment fast bernsteinfarbene Augen musterten ihn aufmerksam.
„Was liegt dir auf der Seele, mein Schöner?“
Kim senkte die Lider. Mit dieser Sanftheit hatte er ihn damals betört und besessen.
Wie einfach war es doch, sich der Illusion hinzugeben, dass er Kim lieben könnte...
„Bitte... bitte bleib,“ flüsterte Kim. Er konnte sich nicht vorstellen, dass sein gegenüber zustimmen würde, und wenn nur, ihn zu quälen und fallen zu lassen. Sein Herz presste sich vor Angst immer mehr zusammen.
„Warum?“ fragte die samtene Stimme nur leise.
Wenn Kim sich nun diese Blöße gab und ihm gestand, dass er ihn noch immer liebte, dann hielt er ihn völlig in seinen Händen und konnte Kim zerstören, wann immer ihm danach war... Dennoch... Es kam ihm über die Lippen, ohne dass er Herr seiner Worte, seines Verstandes und Herzens war.
Überrascht sah ihn der dunkle Vampir an. „Nach allem was wir uns gegenseitig angetan haben?“
Kim nickte verzweifelt. Tränen stiegen in seine Augen. Seit über 200 Jahren hatte er nicht mehr geweint. Aber im Moment ließen sich all seine Gefühle nur noch dadurch ausdrücken.
Ein ungewohnt warmes und liebevolles Lächeln huschte über die schönen Züge seinen Gegenübers und er neigte sich zu Kim, um ihm die Tränen wegzuküssen.
Kims Herz raste mehr denn je und er schlang verzweifelt seine Arme um den Nacken seines Geliebten.
„Bitte bleib bei mir. Lass uns zusammenbleiben, belüge mich, sage mir, wie sehr du mich immer noch liebst und gib mir meine Seele und meine Menschlichkeit zurück, die ich an dich verlor...“
„Ich liebe dich, aber das weißt du, sonst hätte ich dich schon lange getötet. Ich brauche dich, wie du mich, und ich will bei dir sein, darf es aber nicht, denn wir sind verschieden. Ich kann dich nur immer wieder jagen und quälen, um mein Gesicht zu wahren. Ich muss mein Herz vor dir verschließen, gleich wie schwer es ist... Kim, mein geliebter, kleiner Kim. Wenn du zuerst in meine Hände gefallen, nicht schon ein Vampir gewesen wärst, dann hätte ich dich zu meinem Gefährten gemacht und nie wieder losgelassen. Aber so sind wir Gegner. Du als Verfluchter, ich als Kainskind... Du gehörst aber durch mich auch nicht mehr zu den Verfluchten dieser bizarren, fremden Welt. Du bist Teil von mir, spätestens seit dem Moment, in dem ich dich mir nahm...“
Wieder wusste Kim, dass er die Wahrheit sagte, aber das machte es ihm nicht leichter. Er litt nur noch mehr darunter, denn er wusste, dass er sein Glück hätte finden können, wenn es nicht so gekommen wäre, dass er die Last des Fluches von seiner eigenen Familie aufgebürdet bekommen hätte...
Er umklammerte seinen Geliebten noch enger, noch verzweifelter.
„Ein paar Tage nur, einige schöne Tage, in denen wir wieder glücklich sind, uns einfach nur einander widmen und wieder leben können, bitte...“ flüsterte er.
„Es darf nicht... in Ordnung, Kim. In Ordnung. Eine Woche, die uns gehört.“