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Selbstverliebt ist Narziß,
ein Opfer betörender Wogen
Nähmst du ihm das Wasser,
sein Feuer entbehrte der Nahrung.
Salm 260, 3./4.Jhd n. Chr.
Ein schöner, aber über alle Maßen spröder Jünging, Sohn des Flussgottes Kephisos mit der Nymphe Leiriope, nach Nonnos Sohn des Endymion mit der Selene. Bereits seit frühster Kindheit war ihm von dem Seher Teiresias sein Schicksal bekundet worden: Er werde hohes Alter und lange Lebenszeit erreichen, "wenn er sich selbst nicht kennt". Durch seine Schönheit zog er schon früh viele Jünglinge und Mädchen an, doch alle verschmähte er, von Liebe wollte er nichts wissen.
So wies er auch die Nymphe Echo schroff zurück, die sich daraufhin so stark grämte, dass sie sich vor Liebeskummer aufzehrte und schlussendlich nur noch Gebein und eine Stimme war.
Ein weiter verschmähter Liebhaber schießlich hob die Hände zum Himmel und flehte, dass Narkissos auch leben solle, ohne je den Geliebten gewinnen zu können. Dies erhörte Nemesis und entbrannte Narkissos in Liebe zu seinem eigenen Spiegelbild, welches er in einer Quelle nahe Thespien erblickte, als er sich von Hitze und Jagd ermattet dort niederließ um seinen Durst zu stillen. Endlos versuchte er das Bild zu küssen, versuchte, es mit den ins Wasser eintauchenden Armen zu umfassen, bis er schließlich die Aussichtslosigkeit seines Begehrens erkennend, von der Liebe zu Grunde ging.
Noch in der Unterwelt sehnte er sich nach dem Widerbild, welches er im Styx sah. Sein Leib verwandelte sich, ehe er noh von den Naiaden und Dryaden bestattet werden konnte, in eine Blume, in der Mitte safrangelb, umsäumt mit weißen Blütenblättern: die Narzisse
- Ovid, Metamorphosen, III - |
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